Podiumsdiskussion zu Angst und Mut
WIR HABEN ALLE ANGST! Und wir reden zu wenig darüber. Deshalb haben wir Angst an den UNPlatz geholt. Gemeinsam mit Fidan Karakus, Psychotherapeutin und Hebamme, Georg Flamm, pensionierter Pfarrer, und dem Publikum widmeten wir uns diesem Gefühl. Am Podium Perspektiven, die selten nebeneinander sitzen: aus dem Körper oder aus dem Glauben, individuelle und kollektive Leidensbewältigung.
Angst gehört zu den wenigen Erfahrungen, die wir alle machen. Und doch erlauben wir ihr meistens wenig Platz. Gerade deshalb gewinnt sie oft an Macht. Sie verengt unseren Blick, erschwert den Umgang mit Unsicherheit und versetzt uns in Ohnmacht. Gerade in einer Zeit multipler Krisen prägt Angst nicht nur unseren persön- lichen Alltag, sondern auch unser gesellschaftliches Zusammenleben. Im Gespräch wurde deutlich: Angst ist kein Feind. Sie hat eine wichtige Funk- tion. Sie warnt, schützt und macht uns aufmerksam. Problematisch wird sie nicht dadurch, dass sie existiert, sondern wenn sie uns bestimmt. Denn was keinen Platz hat, lässt sich nicht diskutieren. Und wo besser diskutie- ren, als am Platz der Vereinten Nationen?
OHNE ANGST KEIN MUT! Wie Resilienz und Zerbrechlichkeit sind auch Angst und Mut keine Gegensätze, sondern eng verwoben und näher beieinander, als wir vielleicht denken. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz ihr zu handeln. Mit dem Podium wollten wir Angst aus dem Privaten in den öffentlichen Raum verlagern. Nicht, um sie zu lösen, sondern um sie gemeinsam auszuhalten, anzugehen und mit neuen Augen zu sehen. Der UNPlatz bot uns diesen Platz. Wir nehmen mit: KEINE ANGST VOR DER ANGST!
